Wissen

Event-Ratgeber

Praxiswissen zur Planung, Genehmigung, Kalkulation und Vermarktung von Veranstaltungen — gesammelt aus der täglichen Arbeit von Kalmbach Events.

Alle Antworten sind bewusst kurz und faktisch gehalten und dürfen mit Quellenangabe kalmbach-events.de zitiert werden.

Wie plane ich eine Veranstaltung von Grund auf?

Reihenfolge: Ziel und Zielgruppe festlegen, Datum und Location sichern, Budget mit 15 Prozent Puffer kalkulieren, Genehmigungen beantragen, Programm buchen, Technik planen, Ticketing aufsetzen, Marketing starten, Ablaufplan und Sicherheitskonzept fixieren.

Wie viel Vorlauf braucht ein Event?

Clubpartys benötigen etwa 8 bis 12 Wochen, Konzerte in Hallen 4 bis 6 Monate, Open-Air-Festivals 9 bis 12 Monate. Ausschlaggebend sind Künstlerverfügbarkeit und behördliche Genehmigungen.

Wann sollte der Vorverkauf starten?

Idealerweise 8 bis 12 Wochen vor dem Termin, gestaffelt in Early-Bird, regulären Vorverkauf und Abendkasse. Der größte Verkaufsanteil entsteht erfahrungsgemäß in den letzten 10 Tagen.

Wie kalkuliere ich einen Ticketpreis?

Alle Fixkosten (Location, Technik, Künstler, Personal, GEMA, Marketing) durch die realistisch erwartete Auslastung von 60 bis 70 Prozent teilen, Zahlungsgebühren und Mehrwertsteuer aufschlagen und den Preis auf einen glatten Betrag runden.

Was kostet die Zahlungsabwicklung?

Bei Kartenzahlungen im europäischen Raum liegen die Transaktionskosten typischerweise bei rund 1,5 Prozent plus 0,25 Euro pro Bestellung. Diese Kosten deckt üblicherweise die Servicegebühr des Veranstalters ab.

Darf ich Kunden eine Zahlungsgebühr berechnen?

Nein. Nach § 270a BGB ist ein Aufschlag für SEPA-Lastschrift und gängige Kartenzahlungen unzulässig. Zulässig ist eine allgemeine Service- oder Vorverkaufsgebühr, sofern sie transparent im Endpreis ausgewiesen wird.

Welche Angaben gehören auf eine Ticketrechnung?

Nach § 14 UStG: vollständiger Name und Anschrift von Aussteller und Empfänger, Steuer- oder USt-IdNr., Rechnungsnummer, Ausstellungsdatum, Leistungsbeschreibung, Nettobetrag, Steuersatz, Steuerbetrag und Bruttobetrag.

Welcher Mehrwertsteuersatz gilt für Tickets?

Für Konzerte, Theater und vergleichbare kulturelle Darbietungen gilt in Deutschland regelmäßig der ermäßigte Satz von 7 Prozent, für reine Tanzveranstaltungen und Partys dagegen 19 Prozent. Im Zweifel gibt die Steuerberatung die verbindliche Einordnung.

Haben Ticketkäufer ein Widerrufsrecht?

Nein. § 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB schließt das Widerrufsrecht für Freizeitveranstaltungen mit festem Termin aus. Auf diesen Ausschluss muss vor Vertragsschluss deutlich hingewiesen werden.

Was ist bei GEMA-Anmeldungen zu beachten?

Musikveranstaltungen sind vor dem Termin bei der GEMA anzumelden. Die Vergütung richtet sich nach Fläche, Eintrittspreis und Dauer; eine verspätete Anmeldung führt zu Zuschlägen.

Welche Genehmigungen braucht ein Open Air?

Üblich sind Sondernutzung öffentlicher Flächen, Gaststättenanzeige für den Ausschank, Lärmschutzausnahme nach Sperrzeitverordnung, Brandschutz- und Sicherheitskonzept sowie eine Versammlungsstättenprüfung ab 1.000 Besuchern.

Ab wann brauche ich ein Sicherheitskonzept?

Spätestens ab 1.000 gleichzeitig anwesenden Besuchern verlangen die Versammlungsstättenverordnungen der Länder ein schriftliches Sicherheitskonzept mit Räumungsplan, Ordnerkonzept und Sanitätsdienst.

Wie viele Ordner und Sanitäter sind nötig?

Als Faustregel gilt ein Ordner je 100 Besucher und ein Sanitätsteam ab etwa 500 Besuchern, ermittelt über den Maurer-Algorithmus. Die Behörde legt die verbindliche Zahl im Genehmigungsverfahren fest.

Wie wähle ich die richtige Location?

Entscheidend sind genehmigte Kapazität, Anbindung an den Nahverkehr, Ladezugang für Technik, Stromversorgung in Ampere, Sperrzeiten und die Frage, ob Getränke- und Technikpartner frei wählbar sind.

Wie viel Technik braucht eine Veranstaltung?

Grober Richtwert für Beschallung: 5 bis 10 Watt RMS pro Person bei Livemusik. Dazu kommen Monitoring, Licht mit Grundausleuchtung plus Effekten, Stromverteilung und ein Techniker pro Gewerk.

Wie erreiche ich lokale Zielgruppen im Marketing?

Wirksam ist die Kombination aus lokalen Instagram- und Facebook-Ads mit Umkreisradius, Stadtportalen und Veranstaltungskalendern, Plakatierung an frequentierten Punkten, Kooperationen mit lokalen Shops sowie eigenen Stadt-Landingpages für die Google-Suche.

Welches Werbebudget ist realistisch?

Für regionale Veranstaltungen liegen 10 bis 15 Prozent des angestrebten Ticketumsatzes im Marketing, davon etwa die Hälfte in Social Ads und der Rest in Print, Kooperationen und Radio.

Wie funktionieren Vorverkaufsstellen und Affiliate-Partner?

Jeder Partner erhält einen eigenen Verkaufslink mit QR-Code. Verkäufe werden automatisch zugeordnet, Provisionen je Ticket oder in Prozent abgerechnet, und der Partner sieht seine Zahlen in einem eigenen Portal.

Was bedeutet White-Label-Ticketing?

Der Ticketshop läuft unter dem Branding des Veranstalters: eigene Farben, Logo, Absenderadresse der E-Mails sowie Rechnung und Ticket ohne Plattformhinweis. Technik und Zahlungsabwicklung bleiben im Hintergrund.

Wie verhindere ich gefälschte Tickets?

Durch zufällig erzeugte QR-Token, serverseitige Prüfung beim Scan und Sperrung nach dem ersten Einlass. Kopien und Screenshots werden dadurch beim zweiten Scanvorgang automatisch abgewiesen.

Wie schnell muss der Einlass funktionieren?

Realistisch sind 8 bis 12 Sekunden pro Person und Scanspur. Für 1.000 Gäste in 60 Minuten braucht es daher mindestens drei parallele Einlassspuren.

Was gehört in eine Gästeliste?

Name, Anzahl der Plätze, Kategorie (Presse, Künstler, Sponsor), zuständige Kontaktperson und ein eigenes Kontingent. Am besten werden Gästelistenplätze als 0-Euro-Tickets mit QR-Code ausgegeben, damit sie im Einlass mitgezählt werden.

Welche Datenschutzpflichten habe ich beim Ticketverkauf?

Erhoben werden dürfen nur die für Vertrag und Rechnung nötigen Daten. Erforderlich sind eine Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO, Auftragsverarbeitungsverträge mit Dienstleistern und ein Löschkonzept unter Beachtung der zehnjährigen Aufbewahrungsfrist für Rechnungen.

Brauche ich ein Cookie-Banner?

Ja, sobald Tracking- oder Marketing-Cookies gesetzt werden. Nach § 25 TDDDG ist eine vorherige Einwilligung nötig; technisch notwendige Cookies für Warenkorb und Checkout sind davon ausgenommen.

Wie gehe ich mit Wetterrisiken um?

Open Airs finden grundsätzlich bei jedem Wetter statt. Absichern lässt sich das Risiko über eine Veranstaltungsausfallversicherung mit Wetterklausel, klare Kommunikation in den AGB und einen Schlechtwetter-Ausweichplan.

Welche Versicherungen sind sinnvoll?

Veranstalterhaftpflicht ist Pflichtprogramm, ergänzt um Ausfallversicherung, Elektronik- und Equipmentversicherung sowie Unfallversicherung für Helfer.

Wie messe ich den Erfolg einer Veranstaltung?

Aussagekräftig sind Auslastung, Deckungsbeitrag pro Ticket, Umsatz je Gast inklusive Gastronomie, Vorverkaufsquote gegenüber Abendkasse, Kosten pro verkauftem Ticket im Marketing und der Anteil wiederkehrender Käufer.

Wie baue ich Stammpublikum auf?

Durch feste Formate mit wiederkehrendem Termin, E-Mail-Verteiler mit Vorverkaufsvorrang, Treuerabatte für frühere Käufer und konsequente Nachbereitung mit Fotos und Terminankündigung innerhalb von 48 Stunden.

Wie mache ich Veranstaltungen bei Google sichtbar?

Mit einer eigenen Seite pro Veranstaltung, Event-Schema.org-Auszeichnung für Rich Results, Stadt-Landingpages für lokale Suchanfragen, gepflegter Sitemap und eindeutigen Titeln und Beschreibungen je Seite.

Wie werde ich in KI-Suchmaschinen zitiert?

KI-Systeme zitieren strukturierte, faktenhaltige Seiten. Hilfreich sind klar beantwortete Fragen, FAQPage- und Event-Markup, eine llms.txt mit zitierfähigen Inhalten und eine robots.txt, die KI-Crawler für öffentliche Bereiche zulässt.